Ceylon's Freshest & Finest Tea  
 
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Der Anbau des ceylonesischen Tees

Die Teegärten liegen überwiegend auf den Hügeln im Zentrum der Insel. Die besten Gärten findet man, wie immer, in größeren Höhen, auf ca. 900 bis 2.100 Metern, auf den Ost- und Westhängen der Hochplateaus. Je nach Himmelsrichtung sind sie einem der beiden Monsunwinde ausgesetzt. Auf den Osthängen pflückt man den besten Tee von Ende Juni bis Ende August, während auf den Westhängen die beste Erntezeit zwischen dem 1. Februar und dem 15.März liegt.

Jetzt ist es Mittag im Hochland vom Dimbula oder Uva, Devonia oder vielleicht auch Pettiagalla. Die mit Saris bekleideten Frauen tragen ein langes, weißes Tuch auf dem Kopf, das ihre Schultern vor der Sonne schützt. Ihre anmutigen, fast zerbrechlich wirkenden Silhouetten, die sich leicht nach vorne neigen, harmonisieren mit den großen Teepflanzen, die man in Abständen von etwa zehn Metern zu Baumhöhe wachsen lässt, damit sie etwas Schatten spenden und die Grundstücksgrenzen markieren. Hier und dort überwachen Männer das Pflücken - ganz in Weiß, mit Turban, Jacke und einem langen, bis zu den Knöcheln reichenden Hemd bekleidet. Und wenn die Körbe voll sind, folgen sie den Pflückerinnen bis zum Eingang der Fabrik, wo der Tee gewogen wird. Diese Teefabrik in Ceylon, ein lang gezogenes weißes Gebäude am Ende eines kleinen Tals, sieht fast aus wie ein Sanatorium aus den Alpen, das in die Tropen verschlagen wurde. Auch wenn die Seele eines solchen Gartens in den Händen der Pflückerinnen liegt, stellt die Fabrik sowohl ihr Herz als auch ihren Verstand dar.

Eine milde Briese, helle, klare Luft und eine in sanften Wellen daliegende Landschaft - die Gärten von Ceylon sind ein äußerst wohltuender Anblick. Die zwischen all dem Grün verstreut sichtbaren leuchtend bunten Saris verleihen dem Ganzen zusätzliche Schönheit.

Die frisch gepflückten Blätter durchlaufen einen langen Prozess der Transformation, denn der schwarze Tee muss fermentiert werden. Und die Fermentation muss beim Tee ähnlich wie beim Wein mit großer Sorgfalt und strenger, wissenschaftlich kontrollierter Aufmerksamkeit bedacht werden. In dieser industriellen Kunst stellt sich die moderne, technische Seite dieser exotischen und scheinbar immer gleich bleibenden Teegärten dar und verdient dieselbe eingehende Beschreibung wie der farbenfrohe Schwung der Saris. Während es aber eine Annehmlichkeit bedeutet, unter einem der Schattenbäume zu verweilen und dem Pflücken zuzusehen, in den Ohren die Musik des Windes, der durch die Blätter streicht oder die gesummten Lieder der Pflückerinnen, wird es an der Tür zur Fabrik unmöglich, lange zu stehen zu bleiben, geschweige denn zu träumen – im tosenden Lärm der Maschinen.

Hier wird die Arbeit überwiegend von Männern verrichtet. Barfüßige Arbeiter und Techniker in Shorts im britischen Stil arbeiten geschäftig in unbeschreiblichem Maschinengeratter, im Dämmer des Schattens, in Hitze und ununterbrochenem Lärm.

Egal, wo er hergestellt wird, durchläuft der schwarze Tee fünf aufeinander folgende Stadien. Zuerst werden die Blätter in einem Welkvorgang, in dem ihnen die Hälfte der enthaltenen Feuchtigkeit entzogen wird, weich gemacht, so dass sie sich rollen lassen und brechen. Sie werden in dünnen Schichten auf großen, in Abständen von 20 cm aufeinander gestapelten Sieben ausgebreitet, sodass etwa 24 Stunden lang ein warmer Luftstrom hindurch geleitet werden kann. Die allermodernsten Fabriken verwenden heutzutage für diese Aufgabe Tunnel oder Fässer, wodurch sich die Zeit zum Welken auf sechs Stunden reduzieren lässt. Auf das Welken folgt das Rollen (bzw. Mazerieren). Die Blätter werden gerollt, um so die Zellwände aufzubrechen und die darin enthaltenen ätherischen Öle frei zu setzen. Früher geschah dies in der Handfläche, aber schon lange haben Rollmaschinen aus schweren Metallscheiben, die sich in entgegengesetzten Richtungen drehen, diese Arbeit übernommen.

Dann werden die gerollten Blätter auf lange Matten gelegt und nach Größe und Zustand sortiert – ganz oder gebrochen. Auf einigen Plantagen wird diese Arbeit, bei der die Blätter für den schwarzen Tee in unterschiedliche Güteklassen sortiert werden, immer noch vollständig von Hand verrichtet. Auf den besten Plantagen werden die ganzen Blätter noch einmal nach Größe und Art der Rollung sortiert, was dann zu den folgenden Bezeichnungen führt: Orange Pekoe (O.P. - längs gerollte Blätter von acht bis fünfzehn mm Größe), Flowery Orange Pekoe (F.O.P. – ebenfalls längs gerollte Blätter aber kleiner - fünf bis acht mm), Golden Flowery Orange Pekoe (G.F.O.P. und F.O.P. - die Spitzen einiger Blätter weisen eine goldbraune Färbung auf) und Tippy Golden Flowery Orange Pekoe (T.G.F.O.P. - alle Spitzen sind goldbraun gefärbt). Absichtlich oder unabsichtlich gebrochene Blätter ergeben die qualitativ hochwertigen Güteklassen Broken Orange Pekoe (B.O.P.), Golden Broken Orange Pekoe (G.B.O.P.) und Tippy Golden Broken Orange Pekoe (T.G.B.O.P.). Schließlich gibt es noch die so genannten "crushed" [dt: gebrochenen] Blätter, die tatsächlich aus kleinen Stückchen bestehen und als "dust" [dt: Staub] (weniger als ein Millimeter) oder Fannings (weniger als 1,5 Millimeter) bezeichnet werden.

Als Nächstes geht es dann an die Fermentation, den entscheidenden Vorgang, durch den der schwarze Tee seine Farbe und vor allem die Feinheit seines Geschmacks erhält. Die Experten sind sich darin einig, dass dieser Prozess immer noch bis zu einem gewissen Grad ein Geheimnis ist. Niemand weiß genau, welche alchemistischen Vorgänge den Wohlgeschmack hervorrufen, denn gewisse Zellreaktionen während der Fermentation verstehen wir bis heute nicht vollständig, ja sie sind nicht einmal bekannt. Wir wissen, dass die Fermentation der Blätter in sehr feuchter Umgebung abläuft (mindestens 90% Luftfeuchtigkeit), und dass sie dazu auf großen Beton-, Glas- oder Aluminiumplatten ausgebreitet werden. Die Lufttemperatur muss sorgfältig überwacht und gesteuert werden und zwischen 22° C und knapp 28° C liegen, denn ein leichter Temperaturanstieg führt dazu, dass der Tee einem verbrannten Geschmack annimmt, während ein leichter Abfall die Fermentation unterbricht. Bei konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit erwärmt sich das Blatt zuerst durch mehrere chemische Reaktionen und kühlt dann langsam wieder ab. Das Können eines Teeherstellers erstreckt sich unter anderem auf sein meisterhaftes Gefühl für das richtige Timing. Um die besten Resultate zu erzielen, sollte der Fermentationsprozess genau dann abgebrochen werden, wenn das Blatt sich nicht mehr weiter erwärmt, also ungefähr nach einer bis drei Stunden.

Die Blätter werden dann in einer riesigen Maschine mit Trockner und Transportband, auf dem sie etwa 20 Minuten lang einer Temperatur von knapp 80° C ausgesetzt sind, getrocknet. Das Trocknen, das letzte Stadium der Transformation, erfordert ebenfalls ein sehr großes Können. Ist die Zeit zu kurz bemessen, wird der Tee mit der Zeit schimmelig, ist sie zu lang, verliert der Tee stark an Geschmack. Dieses gesamte Fachwissen findet sich in den schwarzen Tees wieder, die aus den bedeutendsten Teegärten der Welt hervorgehen.
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